THE KILLS - No wow
Zwar schon satte 7 Jahre alt, aber noch immer genial. Hab das Album in der letzten Woche wieder entdeckt.
Wie wenig es braucht, um ein überragendes Album zu machen, beweisen The Kills erneut mit ihrem Zweitwerk
No Wow.
Dass es keine komplette Band braucht, um einen Saal aufzumischen, haben
ja schon T. Rex, Suicide, Royal Trux, Raveonettes, Deja Voodoo oder die
White Stripes bewiesen. Auch The Kills sind ein Duo, das aus Jamie
Hince alias Hotel und Alison Mosshart alias VV besteht. Sie kommt aus
den Staaten, er aus London. Dort leben die beiden zusammen, nachdem sie
ihre auf 4-Spur-Geräten aufgenommenen Songs anfänglich per Tape zwischen
den Kontinenten hin und her schickten. Die Reduktion ist auf
No Wow
weiterhin das Konzept, obwohl die Kills sich diesmal den Luxus
leisteten, sich in Studios in einer Geisterstadt namens Benton Harbour /
Michigan und in New York einzuquartieren. Dabei hatte die beiden ein
paar Gitarren-Riffs, eine alte Drummachine aber keine Ideen. Also haben
sich Hotel und VV von Umgebung und Menschen inspirieren lassen, und in
gut zwei Wochen waren die elf Tracks fertig. Und jeder von ihnen ist
eine Pracht, das völlige Gegenteil von Bombast. Der Sound ist roh, die
Beats staubtrocken und alles extrem karg aber sehr charmant arrangiert.
Die Gitarre wird überrissen, sie kracht und scheppert, die
Rhythmusmaschine tuckert, manchmal darf sich ein Keyboard einmischen.
The Kills spielen einzigartigen, trashigen Garagen-Punk-Rock, der den
Blues hat und den Beat liebt. Der Geist von Velvet Underground, The
Monks, White Stripes, aber auch Devo und Marc Bolan schimmert durch
diese strahlenden Lieder. Gegen die sieht ein Gerippe aus, als leide es
unter Fettleibigkeit.
--Sven Niechziol
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